Woher kommt die Angst?

Ängste besiegen

Angst = ursprünglich ein positiver Schutzmechanismus

Jedem Menschen ist die Angst bekannt. Neben Liebe, Trauer und Wut gehört sie zu den Grundgefühlen (und wurde uns bereits mit in die Wiege gelegt). Sie hat eine natürliche und lebenserhaltene Funktion, die uns vor Gefahren schützen will. Stehen wir zum Beispiel vor einer tiefen Schlucht, würden wir uns ohne Angst, womöglich in die Tiefe und damit zu Tode stürzen. Oder ohne Angst bei einem körperlichen Angriff, würden wir nicht die notwendige Energie aufbringen können, um uns zu retten.

Angst löst natürliche Körperreaktionen aus

Stelle Dir vor, Du gehst im Wald spazieren. Plötzlich rennt ein herrenloser, kläffender Hund auf Dich zu. Nur wenige  Menschen hätten keine Angst vor diesem Hund. Um bei einer Gefahr wie dieser nun prompt reagieren zu können, muss unser Körper rasch aktiviert werden. Eine Angstreaktion lässt daher das Herz schneller schlagen und beschleunigt die Atmung. Der Blutdruck steigt. Die Muskel werden stärker durchblutet, damit deren Spannung und Leistungsfähigkeit steigt. Wir werden insgesamt aufmerksamer und wacher. Wenn der kläffende Hund immer noch hinter Dir her ist, wärst Du unendlich froh drüber, dass Dir diese körperlichen Abläufe dabei helfen, rasch die Flucht zu ergreifen. Ja womöglich bist Du hinterher sogar sehr erstaunt darüber, welche ungeahnten Kräfte bei der Flucht in Dir frei wurde. Du stellst fest, dass Du um Dein Leben gelaufen bist. Wie Du siehst, hat Dir diese Angst enorm dabei geholfen, Dich in Sicherheit zu bringen. Und genau das ist von Natur aus der Sinn und Zweck Deiner Furcht.

Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib Acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist

(Friedrich Nietzsche)

 

Unbegründete Angst schränkt unseren Alltag enorm ein

Dass die Angst in unbegründeten Situationen eher im Wege steht als nützt, davon wissen viele Betroffene ein Lied zu singen: Wie zum Beispiel die Hausfrau Marta, die sich nicht einmal zum Einkaufen aus dem Hause wagt. Es reicht schon aus, fremden Menschen zu begegnen, und sie kann die typischen Angstreaktionen nicht mehr kontrollieren. Oder die Angestellte Hannelore, die schon errötet, wenn Sie nur daran denkt, vor ihren Kollegen die Ergebnisse eines neuen Projekts vorzutragen. Auch Herrmann, der als erfolgreicher Unternehmer seinen Mann steht, plagt die Angst zu versagen. Er hat ständig das Gefühl, nicht gut genug zu sein und sich beweisen zu müssen. Irgendwann hält sein Körper diesem Druck nicht mehr stand und er erschafft sich ein Ventil: Panikattacken!

Die Ursachen für Angst- und Panikattacken können sein:

Der Körper löst die Angst aus
Entweder in Form einer Krankheit oder Hormonstörungen. Oder weil man Angst hat, an einer Krankheit zu erkranken oder beispielsweise einen Herzinfarkt zu bekommen.

Erziehungsstil
Wenn ein Kind zum Beispiel von seinen Eltern stets zur Vorsicht ermahnt und auf Gefahren hingewiesen wird. Oder die Eltern sind vom Typ her eher ängstlich geprägt und das Kind übernimmt deren Verhaltensweisen und –muster.

Innere Einstellungen und Bewertungen
Was bedrohlich erscheint und in welchem Maß, hängt davon ab, wie jeder Einzelne die Dinge sieht und bewertet. (Vergleiche Strategie 1: ABC-Reaktionsmuster.) Auch gesellschaftliche Regeln und Normen können hier eine große Rolle spielen: Was ist tabu? Was ist erlaubt? Was denken die Anderen? Nur nicht blamieren!

Negative Erfahrung der Vergangenheit
Bedeutsame Lebensereignisse werden zum Auslöser. Das kann ein Unfall sein, eine schlecht gelaufene Prüfung oder das Erleben, sich vor Anderen blamiert zu haben. Alle dabei empfundenen Emotionen und Ängste, wurden in Zusammenhang mit diesem Erlebnis abgespeichert. Kommt die Person in eine ähnliche Situation werden die damit verbundenen Gefühle „aktiviert“ und somit wieder neu durchlebt.

10 Selbsthilfe-Strategien zur Angstbewältigung auf einen Blick:

1. Das eigene Bewertungs- / Reaktionsmuster mit der ABER-Formel entlarven
2. Regelmäßige Entspannungsübungen
3. STOP den negativen Gedanken und Vorstellungen
4. Die Kraft der Gedanken nutzen
5. Angst mit Hilfe innerer Bilder verwandeln
6 .Der Angst standhalten  – kein Vermeidungsverhalten.
7. Leben im Heute
8.”Notall”-Strategien für den Fall der Fälle parat haben
9. Kleine Übungsfelder suchen und der Angst Schritt für Schritt begegnen
10. Sich selbst für jeden Erfolg belohnen

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Eine ausführliche Beschreibung der oben genannten 10 Erfolgs-Strategien findest Du hier.

 

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